Im Rahmen einer Ersatzgeldmaßnahme konnte im Jahr 2025 ein einzigartiger Diversitätshotspot für den Naturschutz gesichert werden. Am Rande des NSG Grünzer Berge, im äußersten Südosten von M-V gibt es sie noch, die letzten punktuellen Vorkommen einer fast ausgestorbenen Acker-Wildkrautflora. Acker-Schwarzkümmel, Kleine Wolfsmilch, Acker-Hahnenfuß und weitere haben Dank extensiven Ackerbaus und der Abwesenheit von Pestiziden wieder die Grundlage den Standort zurückzuerobern, und im lichten Klima des Roggens zur Samenreife zu gelangen.
Darüber hinaus wurde im Bereich des Steilhangs durch teilweise Entbuschung die Neueinrichtung einer extensiven Pflegenutzung, und somit die Aufwertung des hier ausgewiesenen LRT „Steppen-Trockenrasen“ ermöglicht. Letzterer ist typisch für das subkontinentale Klima im Randowtal, jedoch wie die meisten anderen Offenlandbiotope an Nutzung gebunden. Eine Ausbreitung seltener Rote-Liste-Arten wie der Sibirischen Glockenblume auf die entbuschten Flächen soll durch die wiederaufgenommene, regelmäßige Pflege ermöglicht werden.
Durch Umwandlung von Acker- in Grünlandstatus wurde angrenzend die artenreiche, aufgelassene Wiese ebenfalls gesichert, was die insgesamt 2,7 ha große Fläche komplettiert. Mit dem Vorkommen der äußerst seltenen Bienen-Ragwurz verfügt der Standort über ein weiteres, schützenswertes Highlight. Auf engstem Raum deutet die Maßnahmenfläche an, was die einstige Kulturlandschaft vergangener Tage in Sachen Biodiversität bot, und bildet darüber hinaus einen weiteren wertvollen Baustein im Biotopverbund des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung.


