Wenn auf der Streuobstwiese des Ökokontos Rukieten die Äpfel reifen, hält langsam der Herbst Einzug. Auch die Gehölze der Feldhecke, darunter Vogelbeere/Eberesche, Pfaffenhütchen, Heckenrose und Faulbaum, tragen nun Früchte und bieten für tierische Gäste einen reich gedeckten Tisch.
Das Ökokonto befindet sich ca. 14 km nördlich von Güstrow. Neben der 1 ha großen Streuobstwiese besteht es aus einer ca. 2,8 ha großen extensiven Mähwiese sowie einer Feldhecke mit dazugehörigem Krautsaum, die als Abgrenzung zur benachbarten Ackerfläche dient. Die Obstbäume gehören zu den alten Kultursorten und wurden Anfang 2022 in großem Abstand zueinander gepflanzt, der neben einer ungestörten Baumentwicklung auch die maschinelle Bewirtschaftung mit herkömmlichen Mähwerken erlaubt. Zwischen den jungen Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäumen wird bereits deutlich, welches ökologische Potential in der Fläche schlummert. Stück für Stück entsteht hier ein wertvoller Lebensraum mit wachsender Biodiversität, der neben Blühangeboten für Insekten und ersten Rückzugsräumen für Kleintiere langfristig auch Nistmöglichkeiten für Vögel umfasst.
Mit jedem weiteren Standjahr der Bäume und zunehmender Stamm- und Kronenentwicklung gewinnt die Streuobstwiese an ökologischer Bedeutung. Höhlen, Totholz und ein vielfältiges Blüten- und Fruchtangebot schaffen Habitate und bieten Nahrung für Vögel, Fledermäuse, Insekten und zahlreiche weitere Arten gruppen. Besonders dieses langfristige Entwicklungspotential macht Streuobstbestände zu einem wichtigen Baustein im Biotopverbund der Kulturlandschaft. Nicht umsonst wurde der Streuobstanbau 2021 von der UNESCO als immaterielle Kulturerbe anerkannt. Mit ihrer Arbeit leistet die Flächenagentur M-V einen Beitrag zur Bewahrung dieser traditionellen Bewirtschaftungsart.
Damit Streuobstwiesen langfristig Bestand haben, braucht es kontinuierliche und engagierte Pflege, die u. a. vom fachgerechten Baumschnitt über die extensive Mahd bis hin zur Nachpflanzung von Bäumen reicht. Nur in langfristiger Betreuung können sich diese wertvollen Lebensräume nachhaltig entwickeln und erhalten bleiben. In Rukieten wurden im Spätsommer 2026 die Baumbindungen und, wo notwendig, auch morsche Baumverankerungen erneuert. In den ersten Jahren nach der Pflanzung wachsen die Bäume am neuen Standort an. Die Wurzeln sind noch nicht ausreichend im Boden verankert, um bei jeder Witterung für ausreichend Stabilität zu sorgen. Weiterhin wurde 2026 neue Stammschutzfarbe aufgetragen, um thermischen Rindenschäden vorzubeugen. Der weiße Anstrich reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Stamm weniger erwärmt, wodurch Sonnenbrandnekrosen und Frostrisse vermieden werden. Auch zusätzlicher Rindenmulch wurde in die Gießringe eingebracht. Der Mulch erhöht die Wasserspeicherkapazität, wodurch die Wasserverfügbarkeit für die Bäume auch in trockeneren Perioden gesichert ist.






